TIERSCHUTZ IST GRENZENLOS

Als ich mich 2006 erneut auf die Suche nach einer Hündin machte, habe ich mich, wie so viele Tierfreunde auch, natürlich erstmal in den Tierheimen der Umgebung umgeschaut. Auch mein erster Hund stammte aus einem Tierheim. Ich sah unzählige arme Hunde dort, aber keiner der zu mir passte: überwiegend sogenannte Listenhunde, Deutsche Schäferhunde, Boxer-Mischlinge oder schwer verhaltensgestörte Tiere wie Herdenschutzhunde, die einst angeschafft wurden, weil sie so imposant und schön sind, ohne jegliches Wissen über deren Bedürfnisse und artgerechte Haltung. Eine solche Verantwortung wollte und konnte ich zu der Zeit nicht übernehmen.

Ich begann im Internet nach Hunden zu suchen und meine Wahl fiel auf einen Australian-Shepherd-Welpen, dem 18 Monate später ein weiterer Aussie-Welpe folgte.

Samara in Miercurea CiucAuf einer Reise durch Rumänien 2007 konnte ich über das ungeheure Elend der Hunde dort nicht hinwegsehen. Es waren so schöne, oft sehr junge Tiere, die in einem erbärmlich Zustand auf den Straßen herumliefen oder an Ketten manchmal ohne Schutz vor Wind und Wetter gehalten wurden. Nach intensiver Recherche im Internet nahm ich Kontakt zu einer vergleichsweise kleinen Organisation - Freundeskreis BrunoPet e.V. - auf und besuchte im Sommer 2009 das von ihnen in den rumänischen Karpaten unterstützte Tierheim in Miercurea Ciuc. Es blieb nicht bei diesem einen Besuch, schon im Herbst 2009 zog ein junger Border-Collie-Mix aus diesem Tierheim als Pflegehund bei mir ein. 2010 habe ich zwei Wochen im Frühjahr dort aktiv mitgeholfen, im Sommer zog eine alte Hirtenhündin bei mir ein, und im Frühjahr 2011 blieb ich gleich zwei Monate in Miercurea. Seither leben immer mal wieder Pflegehunde von dort bei mir bis ich ein gutes Zuhause für sie finde.

Es ist eine sehr schöne ehrenamtliche Arbeit mit der man sowohl die Hunde als auch ihre neuen Menschen sehr glücklich machen kann. Zudem habe ich dort unbezahlbare Beobachtungen zum Sozialverhalten und die Körpersprache der Hunde in Zwingern sowie in den Freilaufgruppen machen können, die für meine praktische Arbeit mit Hunden hier von unschätzbarem Wert sind.

Ich kann gut verstehen, dass viele Menschen lieber einen Junghund in ihre Familie aufnehmen, als einen alten oder behinderten Hund. Auch kann nicht jeder Hundefreund mit einem großen oder verhaltensgestörten Hund umgehen. Daher ist die Nachfrage nach den kleinen und oft jungen Hunden aus dem Ausland sehr groß. Auch kleinere Tierheime in Deutschland nehmen diese Hunde sehr gerne auf, denn mit deren Vermittlung finanzieren sie ihre unvermittelbaren alten und kranken Tiere. Im Grunde helfen die Auslandshunde indirekt den hiesigen Tierheimhunden.

Jeder über eine seriöse Organisation vermittelte Junghund ersetzt einen Hund aus schlechter "Billig-Hunde-Produktion". Letztere sind oft schon als Welpen totkrank, die Imfausweise gefälscht und das Leid für Mensch und Tier ist unausweichlich. Gute Auslandsorganisationen geben keine Welpen unter vier Monaten ab und vermitteln nur kastrierte, komplett geimpfte, gechipte, entwurmte und auf allgemeine Gesundheit untersuchte Tiere ab. Zudem ist ein solcher Hund preiswerter als ein Golden Retriever-Hundebaby aus einem Kofferraum, der auf einem Parkplatz verhökert wird.

Zu diesem Thema können Sie zahlreichen Berichte und Tagebücher aus Rumänien, sowie alles über meine bisherigen Pflegehunde auf meiner Hunde-Website lesen:
australian-shepherd.kunstvirus.de/strassenhunde/strassenhunde.html